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22.01.2011, 17:44 Uhr | Übersicht | Druckansicht
Attraktive Abschreibung für Ihre PV-Anlage

Interessante steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten für Mittelständler und Existenzgründer durch Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage.



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Grundsätzlich werden die Aufwendungen für Photovoltaikanlagen mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten für ein eigenes, abnutzbares und bewegliches Wirtschaftsgut dem Betriebsvermögen des Gewerbebetriebes zugerechnet. Es ist auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (20 Jahre) abzuschreiben. Die Behandlung als selbstständiges Wirtschaftsgut gilt unabhängig davon, ob die Anlage im Zuge der Neuerrichtung eines Gebäudes oder im Zuge einer Dachsanierung auf einem eigenen Dach oder einer angepachteten Dachfläche angeschafft oder hergestellt wird.

Aus der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (20 Jahre) ergibt sich grundsätzlich also eine lineare Absetzung für Abnutzung (betriebswirtschaftlich: Abschreibung) von 5% p. a.

Für eine geplante Anschaffung einer Photovoltaikanlage kann man einen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g, Abs. 1 EStG bilden, sofern die übrigen Anspruchsvoraussetzungen vorliegen. Hierzu gehört die verbindliche Bestellung bei Bildung eines Investitionsabzugsbetrags in einem Jahr vor der Inbetriebnahme (vgl. BMF-Schreiben vom 8. Mai 2009, BStBlt 2009, 633).

Investitionsabzugsbeträge nach § 7g können Existenzgründer und Mittelständler mit einem Betriebsvermögen bis 235.000 Euro (oder 335.000 Euro bei Gewinnermittlung nach Einnahmen-/Überschussrechnung) und einem Jahresgewinn bis max. 100.000 Euro (oder 200.000 Euro bei bilanzierenden Unternehmen) bilden.
Der Investitionsabzugsbetrag beträgt 40% der geplanten Netto-Investition (maximal 500.000 Euro). Der Investitionsabzugsbetrag ist im Jahr der Inbetriebnahme – spätestens im übernächsten Jahr der Bildung – wieder aufzulösen. Für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft gelten besondere Bedingungen.

Sonderabschreibungen nach § 7g, Abs. 5 EStG auf die Abschaffungs- oder Herstellungskosten der Photovoltaikanlage sind im Jahr der Inbetriebnahme bis zu 20% möglich; eine Aufteilung über die ersten fünf Jahre (Herstellungsjahr und vier Folgejahre) ist erlaubt.

Die Sonderabschreibung nach § 7g, Abs 5 EStG und die lineare Absetzung für Abnutzung berechnen sich von dem um den Investionsabzugsbetrag reduzierten Anschaffungs- oder Herstellungswert und sind ab dem Monat der Anschaffung / Herstellung mit 1/12 in der Jahreserklärung zu berücksichtigen.

Normen:

EStG: 7/2
EStG: 7g/1
EStG: 7g/5

Fundstellen:

DB-2010-1729